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Wittenberg

 

 

Ausgrabungsfunde aus verschiedenen prähistorischen Epochen auf dem Territorium Wittenbergs lassen bereits eine frühzeitliche Besiedlung des Stadtgebietes vor zirka 10.000 Jahren erkennen. In einer Urkunde vom 12. April 965 (bei der es sich jedoch vermutlich um eine Fälschung aus dem Jahre 1000 handelt) ist überliefert, dass die Gegend, in der sich das heutige Wittenberg befindet, als der slawische Gau Nizizibezeichnet wurde. Dieser erstreckte sich entlang der Elbe von der Mündung der Schwarzen Elster (im Osten) bis zur Mündung der Mulde (im Westen).

Die ersten verlässlichen Erwähnungen, die direkt auf das heutige Territorium der Stadt zutreffen, stammen aus den Jahren 973/1004. Dort werden die heutigen Ortsteile Pratau (Broth, 973) und Seegrehna (Grodisti, 1004) erwähnt. Die erste Erwähnung des Namens Wittenberg findet sich möglicherweise bereits im Jahre 1174, als ein Graf Thiedrich von Wittburc genannt wird, der offensichtlich der Burgward des in einer Urkunde des Bischofs Balderan von Brandenburg für das Kloster Leitzkau um 1187 erwähnten burchwardum…Wittenburg war, in dem ebenfalls eine Kirche erwähnt wird, die als Vorläuferin der heutigen Stadtkircheanzusehen ist.

Neben Lucas Cranach dem Älteren, der 1505 in die Stadt gekommen war, wurde 1508 ebenfalls Martin Luther von der sich entwickelnden Stadt angezogen. Die Buchdruckerkunst wurde etabliert, und die Stadt selbst erlebte einen stürmischen wirtschaftlichen sowie intellektuellen Aufschwung. Verstärkt wurde diese Tendenz, als am 31. Oktober 1517 Luther seine 95 Thesen der Öffentlichkeit bekannt machte. Dies übte eine große Anziehungskraft auf viele Gelehrte und Studenten aus, so dass die Wittenberger Universität zu einer der bedeutendsten des 16. Jahrhunderts wurde. Es war eine moderne, dem Humanismus geöffnete Universität, an der 1518 Philipp Melanchthon lehrte und die von bedeutenden Gelehrten und hochrangigen Fürsten besucht wurde.

Als Geburtsort der Reformation erlangte Wittenberg nach der Abkehr Luthers von der römisch-katholischen Kirche mit der Verbrennung der päpstlichen „Kanonischen Rechte“ und der Bannandrohungsbulle Exsurge Domine des Papstes Leo X. vor dem Elstertor weitere Bedeutung durch die Ereignisse der Wittenberger Bewegung. Von Wittenberg, das scherzhaft als das „Rom der Protestanten“ bezeichnet wurde, gingen damit in der damaligen Zeit für die gesamte Welt entscheidende Impulse aus.

Die Stadt bereitet sich seit 2008 auf die Luther-Dekade vor, welche 2017 stattfinden wird. Zahlreiche Gebäude werden restauriert, die Infrastruktur wird zum Teil erneuert und zahlreiche neue Attraktionen entstehen in der Stadt. So fand 2009 die Erstbepflanzung des Luthergartens statt. Insgesamt wurden 500 Gehölze gepflanzt. Diese sollen bis zum Jahr 2017 eine neue Parkanlage bilden. Der Bau des ersten Einkaufszentrums auf dem Arsenalplatz nahe der historischen Innenstadt begann im Mai 2011. Das „Arsenal“ eröffnete am 18. Oktober 2012. Insgesamt belief sich diese Investition auf rund 42 Millionen Euro, es entstanden 250 neue Arbeitsplätze. 2015 soll in Lutherstadt Wittenberg nach Horrem der zweite klimafreundliche Bahnhof Deutschlands in Betrieb gehen. In dessen Nähe sind ausgedehnte Park and Ride-Plätze für Besucher geplant. Das Wahrzeichen der Stadt, die Schlosskirche, wird für insgesamt 33 Millionen Euro saniert und teilweise umgebaut. Alle Arbeiten sollen pünktlich 2017 beendet sein.

 

Quelle:Wikipedia